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"Mama, ich will kein Fleisch mehr essen." - Vegetarierin schon als Kind

Wie ich als Kind beschloss, Vegetarierin zu werden. Und wie dieser Artikel Eltern eine externe Perspektive verschaffen kann.


Herzlich Willkommen, lieber Leser.

Mein Name ist Jana Barth, ich bin Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt auf vegane und vegetarische Kost und Tierpflegerin. Ich lebe bereits seit meiner Kindheit Fleischlos und das Selbstentschieden. Vor zwanzig Jahren gab es zwar noch keinen veganen "Boom", aber es gab dennoch einige Impulse von außen, die mich zum Nachdenken brachten. Bei manchen sollte das bewusst so sein, wie beispielsweise bei den Simpsons. Nach der Folge, in der Lisa Vegetarierin wird, nachdem der Schlachthof-Aufklärungsfilm gezeigt wird und die fettigen Nürnberger Schweinsbratwürschtel in der Werbepause haben die seit dem Tod meines ersten Pferdes in meinem Kopf umherschwirrenden Gedanken bekräftigt: Ich wollte kein Fleisch mehr essen.


Meine Eltern hielten es erstmal für das, was es war: Eine Reaktion auf die Umstände und das Gesehene. Nach etwa zwei Wochen war klar, dass ich nicht nur in einer kindlichen Phase steckte, sondern einen Lebensentschluss gefasst habe. Zu damaliger Zeit war das Angebot für Vegetarier außerhalb des Gemüseregals relativ gering und ich mochte Gemüse eben so gar nicht leiden. Dementsprechend begrenzt viel mein Speiseplan aus, aber bei Kässspatzen und Linseneintopf war ich immer dabei.

Wie mir meine Eltern geholfen haben:

Verständlicherweise waren sie besorgt wegen der Nährstoffe und des Wachstums, wussten anfangs nicht so genau, wie man in einem "Drei bis fünf mal am Tag Fleisch Haushalt" eine Vegetarierin mit Gemüse-Phobie integrieren sollte und standen zusätzlich unter Druck von Außen.


Sie haben diesen Druck jedoch niemals auf mich weitergeleitet oder mich gezwungen, etwas zu essen, das ich nicht essen wollte und dafür bin ich unglaublich dankbar. Nicht jedes Kind hat das Glück, so frei entscheiden zu dürfen und zu können.


Wenn dein Kind seine Ernährungsweise ändert und du dir unsicher bist, was die Hintergründe sind, kann ich nur empfehlen, in ein ehrliches und vor allem vorurteilsfreies Gespräch zu gehen. In meinem Fall steckten moralische und emotionale Beweggründe hinter der Veränderung, das muss jedoch nicht auf jedes Kind zu treffen. Pflanzliche Nahrung hat eine niedrigere Kaloriendichte und kann zur Verschleierung von (angehenden) Essstörungen missbraucht werden. Achte auf jeden Fall auf das Gewicht deines Kindes und werde hellhörig, wenn das Körperbild vermehrt zur Sprache kommt. Auch hier gilt: Zuhören statt urteilen oder beratschlagen.


Was von außen dazu kommt:

Möglicherweise bist du fein mit der Einstellung deines Kindes oder befürwortest sie sogar. Das heißt jedoch nicht, dass andere Menschen das ebenfalls so sehen und einige von diesen scheuen sich auch nicht, ihre Meinung fremden Kindern aufs Auge zu drücken. Von "Kein Wunder, dass du so dürr und bleich bist" von 70 Jahre alten Herren zu "Mei, wie wilsch na du an Ma' finda bei der Kocherei." (Meine Güte, wie möchtest denn du einen Ehemann abbekommen mit diesem Kochstil.) vom Mütterchen nebenan.


Eltern und Familie dürfen sich also gerne vor Augen halten, dass Zuhause und im engsten Kreis ein Safespace sein sollte, in dem die Entscheidung der Ernährungsform des Kindes respektiert wird, solange sie keine bedenklichen Züge (zwanghaftes Kalorienzählen, allgemeine Nahrungsverweigerung, übertriebene Bewegung, ...) annimmt und Raum für Erzählungen der Alltagslast ist.


Kind will kein Fleisch essen

Unterwegs:

In den meisten Imbissen und Restaurants ist es heute kein Problem mehr, etwas vegetarisches oder veganes zu Essen zu bekommen. Im Zweifelsfall kann höflich bei der Servicekraft angeklopft werden. Bei Ausflügen, Urlauben oder weiteren Fahrten empfiehlt es sich, vorab im Internet nach geeigneten Spots zu recherchieren.


Fragen, die du deinem Kind stellen könntest:

  • Warum möchtest du ab jetzt auf Fleisch verzichten?

  • Kannst du mir zeigen, was dich zu dieser Entscheidung bewegt hat?

  • Wie fühlt es für dich an, wenn du Fleisch isst oder du jetzt welches vor dir hättest?

  • Was weißt du bereits über vegetarische Ernährung?

  • Willst du weiterhin Fisch essen?

  • Welche Art von Vegetarismus schwebt dir vor/praktizierst du? Ovo-Lacto-Vegetarier: Essen Milch und Milchprodukte, sowie Eier und deren Erzeugnisse, Honig, aber keine Bestandteile vom toten Tier. So ist zum Beispiel beim Kauf von Käse auf Labaustauschstoff zu achten, da echtes Lab aus dem Labmagen von Kälbern gewonnen wird. Gelatine wird ebenfalls auf tierischen Resten hergestellt und somit für Vegetarier ungeeignet. Ovo-Vegetarier: Verzichtet auch auf Milchprodukte, aber nicht auf Eier. Lacto-Vegetarier: Verzichtet auf Eier, aber nicht auf Milch, inklusive Erzeugnisse. Pescetarier: Isst zusätzlich Fisch. Flexitarier: Vorwiegend vegetarisch in unterschiedlicher Ausprägung mit einzelnen Mahlzeiten Fisch und Fleisch. Veganer: Keinerlei tierische Produkte. Auch keine Milch, Ei oder Honig.


So kannst du dein Kind unterstützen:

  • Mach dich schlau und zeig Interesse an den Themen, die dein Kind bewegen

  • Kocht gemeinsam und probiert Neues aus

  • Besprich das Thema mit dem Kinderarzt und achte auf regelmäßige Blutchecks

  • Stelle die B12 Versorgung sicher, falls vorwiegend pflanzlich gegessen wird

  • Beobachte die Familiendynamik und achte darauf, dass euer Esstisch ein friedlicher Ort ohne gehässige oder abfällige Kommentare auf beiden Seiten bleibt, falls es von nun an unterschiedliche Ernährungs- und damit verbundene Moralvorstellungen gibt

    Wichtig: Vermeide Druck, Belehrungen oder konditionierte Standards und öffne dich für die Sichtweise deines Kindes. Du kannst nur dazu gewinnen.


Kaffeekränzchen mit Ernährungsberaterin Jana Barth - Kein Fleisch Ein neuer Artikel jeden ersten Sonntag im Monat um 14.00 Uhr


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